Wat von der Rübe da…..BIDDE!

Ich gestehe, ich finde den Winter, was Saisonalität und die Vielfalt von Gemüse angeht, eher so mittel gut. Deshalb freue ich mich auch riesig, dass der Frühling kommt.

Zum einen habe ich keine Vorliebe für Grünkohl und schon gar keine Vorliebe zum täglichen Steckrüben futtern. Nicht falsch verstehen, ich finde man kann aus allem etwas machen, aber ich seh es nun mal nicht ein, bzw. schaffe es einfach nicht Gerichten trotzdem mit Tomaten, Fenchel und Salate einen sommerlichen Touch zugeben. Mir gefällt die leichte, frische und nicht so deftige Küche besser. Woher das kommt? Keine Ahnung, vielleicht muss ich da meiner Mutti ein wenig die Schuld geben – sorry Mum! Zuhause wurde sehr deutsch gekocht und das hieß: Rouladen, Braten, Rotkohl, Rosenkohl, Schweineschnitzel, Kartoffeln. Nudeln habe ich eigentlich nur als Alternative, von Mutti liebevoll „Extrawurst“ genannt, bekommen, wenn es mal wieder „stippgrütze“ gab. Diese war die grässlichste Essenerfahrung in meinem Leben – sieht aus wie graupiges Mett und riecht angebraten so prägnant, dass es einem vergeht. Aber meine Eltern haben es auf Graubrot geliebt. Tja, so hat nun mal jeder seine Vorlieben. Aber meine Vorliebe war an einem solchen Tag: RAUS! Nudeln mit Tomatensoße habe ich dann wohl das erste Mal mit 18 selber gekocht und gemerkt, dass man diese ja auch mit frischen Tomaten bzw. Dosentomaten machen kann, anstatt Tüte auf und Rühren 🙂 Ja, ich habe für eine Foodfanatikerin relativ spät am Herd gestanden. Ich habe mich nie dafür interessiert, wie Gulasch zubereitet wird, oder wo die Lebensmittel herkommen. Obwohl, zu Beginn meines Lebens hatten wir noch den Garten hinterm Haus voll mit Erbsen, Tomaten und Salat. Oh ja… ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Wieviel Erbsen habe ich einfach aufgepuhlt und aufgefuttert. Und später war die Verwunderung groß, wo die alle hin sind. Tja…verputzt! Ätsch… Erbsen gibts leider noch nicht auf’m Markt, aber der Isemarkt in Hamburg ist n Knaller. Denn dort gibt es, unter eine Brücke gelegen, alles was das Herz begehrt. Auch tolle Salatvariationen aus unseren Nachbarländern. Da spielt der Rezeptekopf verrückt 🙂 Da ich noch nie mit Portulak, oder Kubaspinat oder Postelein hantiert habe musste es diesmal eine Handvoll davon sein. Einen Stand weiter gab’s dann Millionen von unterschiedlichsten Rüben, die alle in meinen Jutebeutel wanderten. Rote, gelbe, geringelte, knubblige! Wunderbar, da springt mein Kochherz direkt höher. Also war klar, ab mit denen in die Röhre und schön mit Nudeln zu einem leckeren Gericht zaubern.

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So geht’s für 2 Personen:

Je 1 gelbe, orangene, lila Rübe

je 1 gelbe und rosa Ringelbete

2 Knoblauchzehen

1 rote Zwiebel

2-3 EL Olivenöl

2 EL Zitronensaft

Salz, Pfeffer, Rohrzucker

200 g Tagliatelle

50 g Schinkenwürfel

125 g Crème fraîche

1 guter Schluck Sherry

1 Bund Postelein

evtl. Parmesan

Zubereitung:

Die bunten Dinger in dünne Scheiben hobeln. Knoblauch pressen. Zwiebel in feine Ringe schneiden. Knoblauch mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und Zucker vermengen. Öl zugeben. Alles mit den Rüben und Zwiebel mischen und auf’s Backblech geben. Im heißen Ofen ca. 20 Minuten garen und ggf. einmal wenden.

Inzwischen die Nudeln in reichlich Salzwasser al dente garen.

Schinken mit etwas Öl in der Pfanne auslassen. Mit Sherry ablöschen und Crème fraîche unterrühren. Kräftig mit Salz, Pfeffer, Zucker würzen abschmecken.

Nudeln mit Gemüse und Soße anrichten. Portulak waschen und Pasta mit einer Handvoll garnieren.

Wer mag, so wie ich, hobelt noch etwas Parmesan dazu.

Guten Hunger!

Tipp: Wer keine Lust auf rot/lila/gelbe Finger hat, zieht sich am besten ein paar Einmalhandschuhe an. Den Hobel am besten direkt einweichen oder mit Zitrone abreiben.

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3 Gedanken zu “Wat von der Rübe da…..BIDDE!

  1. Stippgrütze 😀 Gibt’s das wirklich? Ich meine das gäbe einen schönen Sammelbegriff für alles grauschimmermdes, verkochtes Gemüse – so Kantinenstyle. „Darf’s noch etwas Stippgrütze sein“ 😀

  2. Stippgrütze ist lecker auf frischem Brot und einer Tasse Kaffee. Würde aber den Rübensalat jetzt vorziehen, da er mich optisch sehr anspricht. Die fotoristische Darstellung ist sehr gelungen.

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